Svenja’s Erfahrungsbericht

Eine Reise zu mir selbst

Die spannendste Reise die ich je angetreten habe, ist die Reise zu mir selbst. Und sie dauert noch immer an.

Während einer von vielen Stunden bei Anne bei YES!YOGA fasste ich den Entschluss eine Yoga Ausbildung zu machen. Anne ließ uns gerade den gelernten Flow im eigenen Atemrhythmus (jeder für sich selbst) praktizieren als die Musik „Tapestry“ von Liv Dawson einsetzte. In dem Moment war ich vollkommen bei mir, wie in Trance, es zählte nur die Bewegung im Rhythmus des Atems. Diesen Moment verbinde ich seitdem mit Anne und mit ihrer unglaublich faszinierenden Art Yoga zu unterrichten. Das will ich auch, dachte ich mir – auch ich möchte Menschen in diesen Zustand versetzen können, sie spüren lassen, wie es sich anfühlt vollkommen bei sich zu sein – nach Innen zu schauen. Damit war der Entschluss geboren, die spannendste Reise anzutreten – die Reise zu mir selbst.

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Es gibt zwei Arten von Reisen, die Reisen im Außen und die Reisen im Innen.
Die Reisen im Außen verfolge ich schon über viele Jahre und habe auf diesen Reisen unglaublich tolle Dinge und Menschen gefunden.
Die Reisen im Innen waren für mich Neuland – unbekannt, fremd, ungewohnt – anders.

Wenn ich mich auf eine Reise vorbereite, dann sind zwei Dinge vorab wichtig, welcher Ort/Land/Kontinent zieht mich an und welche Ausrüstung benötige ich, um die Reise anzutreten.
Um die Reise nach Innen anzutreten, brauchte es zunächst einen geeigneten Ort. Der Ort war im ersten Schritt für mich besonders entscheidend – denn mir war bewusst, dass ich nur dann den Weg zu mir selbst antreten kann, wenn ich mich dort befinde, wo es sich für mich gut anfühlt, wo ich mich wohlfühle – ein sicherer Ort. Die Wahl fiel dabei schnell auf YES!YOGA, da ich mich bereits bei meinem ersten Besuch in das Studio verliebt habe. Leila hat das Studio mit Liebe eingerichtet und es wird täglich von vielen Menschen mit noch mehr Liebe gefüllt – das spürt man. Wichtig war mir auch, dass ich mich ganz individuell entfalten und entwickeln kann, weshalb mir ein kleiner Rahmen mit max. 10 Teilnehmern genau richtig erschien. Die Ausrüstung die ich brauchte, war einzig und allein ICH selbst.
Also, auf ging’s ins Abenteuer.

Ich hatte nur eine vage Vorstellung von dem, was mich in den nächsten 10 Monaten erwarten würde. Ich wollte mehr über die Philosophie erfahren, wollte lernen, wie ich Asanas richtig ausrichte und Tipps und Tricks für komplizierte Armbalancen bekommen.
Dass mir ein so großer Rucksack mit unterschiedlichsten Inhalten auf den Rücken gegeben werden würde, habe ich nicht mal ansatzweise erwartet. Von physischer und energetischer Anatomie über Yogageschichte und -philosophie bis hin zu Unterrichtsmethodik, Technik, Training und Praxis war alles mit dabei und der Rucksack füllte sich von Wochenende zu Wochenende.

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Manche Inhalte im Rucksack waren ganz leicht.

Besonders beeindruckt hat mich der Inhalt zur energetischer Anatomie, insbesondere die Chakren. Was Chakren bedeuten, was sie über uns aussagen, wenn sie blockiert sind und wie es sich auf uns auswirkt, wenn sie geöffnet sind. Es sind unsere Verhaltensweisen, unsere Stimmungen, unsere körperlichen Blockaden, die sich durch die Chakrenlehre erklären lassen – extrem spannend und so wahr. Mit dem Wissen entwickelte sich noch mehr Liebe zum Yoga für mich. Warum? Weil ich mit diesem Wissen viel mehr in mich hineinspüren kann, ich kann mich selber besser erklären, reflektieren und ich kann mich dazu entscheiden etwas zu ändern und ich weiß jetzt wie – das ist wunderbar.

Das war auch der Grund, dass ich das Herzchakra, Anahata, als Thema für meine Vorstellstunde gewählt habe. Mit geöffnetem Herzchakra tritt man voller Liebe und Empathie in die Welt hinaus – diesen Zustand wollte ich am Ende der Stunde bei meinen Ausbildungskollegen und mir erreichen. Die Vorbereitung meiner ersten Yoga-Stunde hat mich noch viel mehr in meinem Vorhaben bestätigt, Yoga unterrichten zu wollen. Mit viel Liebe zum Detail, der Auswahl der richtigen Musik und der entsprechenden Asanas entwickelte ich meinen Flow in einem Yoga Retreat in Portugal. Sonne und Meer – für mich die perfekte Kombination, um mit Leidenschaft diesen Flow zu kreieren. Fließen, Schwitzen, Empfinden, Spüren, Leichtigkeit, Freude und Liebe erfahren und erfahren lassen – mein Ziel meiner ersten Yoga Stunde. Hier war mir klar: Diese Reise ist toll! Sie begeistert mich, sie beeindruckt mich, sie bringt mich zum Lachen, sie erregt Freude, sie fesselt mich, sie ist einzigartig.

Einen ganz besonderen Moment hatte ich auch während der Praxis zum Üben des Kopfstands, Shirshasana – Herz über Kopf – eine für mich extrem herausfordernde Asana. Kopf ausschalten, sich trauen, vertrauen, sich konzentrieren, mutig sein – das war das Schwierigste. Als ich dann nach vielen Versuchen auf dem Kopf stand – war es ein Gefühl von Dankbarkeit, Leichtigkeit, Freude und Herzenswärme, die ich empfunden habe – ich wollte gar nicht mehr raus – ich konnte nicht aufhören zu grinsen, ich hatte es geschafft. Man sollte die Welt öfter mal auf den Kopf stellen.

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Manche Inhalte jedoch waren unglaublich schwer, so dass ich Mühe hatte den Rucksack zu tragen.

Es gab Zeiten in denen ich überlegte, ob diese Reise die Richtige für mich war, denn sie wühlte mich auf, erforderte Mut und ließ Hindernisse entstehen, die mir nicht bewusst waren.
Während einer Meditation kamen mir die Tränen, sie liefen einfach nur so herunter. Zunächst versuchte ich noch diese Gefühle zu unterdrücken, jedoch ohne Erfolg. Ich dachte „ich muss hier weg“ und „ich will das hier nicht“. Mein Körper tat weh, mein Herz war schwer, es schnürte mir die Kehle zu. Irgendwann gab ich nach und ließ den Tränen freien Lauf – 45 Minuten – voller Stille und herunterlaufenden Tränen.
Wie ich mich danach gefühlt habe? Klar! Sichtbar! Sauber! Glanzvoll! Makellos! Gereinigt!

So bereitete mir die Reise im Innen sowohl Freude als auch Schmerz. Eine Parallele zu den Reisen im Außen? Man entdeckt immer wieder etwas Neues, Beängstigendes und Beeindruckendes, Furcht und Zuversicht, Misstrauen und Vertrauen, Schatten und Sonne – Aber am Ende: Glückseligkeit.

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Sicher fragt sich jeder vorher: Wird mich die Ausbildung verändern? Ich kann dies nur mit einem klaren JA beantworten. Die Ausbildung hat mich verändert und sie verändert mich noch immer. Auf der einen Seite hat sich mein Bewusstsein für meinen Körper verändert, auf der anderen Seite erfahre ich mich ganz neu, gehe ganz anders in die Welt hinaus und finde immer wieder eine neue Seite in mir selbst.

Durch die innere Kraft, die ich gewonnen habe, werde ich auch zukünftig die Arbeit am Körper und die damit verbundenen Techniken noch besser vollziehen und unterrichten können. Die Balance zwischen Technik, Körper, Auspowern und mentaler Fitness bleibt jedem selbst überlassen – das ist das Schöne daran.

Es ist ein toller Weg und ich bin voller Dankbarkeit diesen Weg bis hierher gegangen zu sein und diesen Weg noch weiter zu gehen. Denn es ist die spannendste Reise, die ich je angetreten habe, die Reise zu mir selbst.

Ich danke allen wunderbaren Mitauszubildenden: Philippa, Jana, Sandra, Anna, Lilly, Muriel, Alex, Carmen und Matthias für ihre Offenheit, ihr Verständnis, die tollen Gespräche und ihre einfühlsame Art.

Ich danke allen wunderbaren YES! YOGA Ausbilderinnen: Leila, Ioanna, Anne, Dania, Steffi, Lisa, Jessi und Antonia für ihr Vertrauen und ihre individuelle faszinierende Art und Weise die Yogalehre an mich weitergegeben zu haben.

Soviel ist sicher: Reisen ist wunderbar.

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Suche das Licht nicht im Außen, finde das Licht in dir und lasse es aus deinem Herzen strahlen.